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Proteinhydrolysat und Öl aus Fischabfällen zeigen Potenzial als Zutaten für Hundefutter

Abstrakt

Der erhöhte Fischkonsum der wachsenden Weltbevölkerung führt zu einer Zunahme der Fischabfälle. Die Wiedereinführung dieser Fischnebenprodukte in die Nahrungs- und Futtermittelkette bietet wirtschaftliche Vorteile und trägt dazu bei, ihren negativen Auswirkungen auf die Umwelt entgegenzuwirken. In diesem Kontext zielte die vorliegende Studie darauf ab, die Auswirkungen der Aufnahme von Fischhydrolysat und Öl aus Fischabfällen (Versuchsdiät) in die Nahrung als Ersatz für hauptsächlich aus Drittländern importiertes Garnelenhydrolysat und Lachsöl (Kontrolldiät) auf Schmackhaftigkeit, scheinbare Gesamtverdaulichkeit, Stuhleigenschaften und Metabolite, Blutfettsäureprofil, Blähungen und Fellqualität erwachsener Hunde zu untersuchen. Ein Zwei-Napf-Test wurde durchgeführt, um die Schmackhaftigkeit durch paarweisen Vergleich der beiden Diäten zu bewerten. Ein Fütterungsversuch wurde nach einem Crossover-Design mit zwei Diäten (Kontroll- und Versuchsdiät), sechs erwachsenen Beagle-Hunden pro Diät und zwei Zeiträumen von jeweils 6 Wochen durchgeführt. Der Ersatz von Garnelenhydrolysat und Lachsöl durch Fischhydrolysat und -öl hatte keine Auswirkungen auf Ansatz und Geschmack der ersten Diät oder auf die Aufnahmemenge. Im Allgemeinen wurde die Verdaulichkeit von Trockenmasse, Nährstoffen und Energie durch die Diät nicht beeinflusst, aber die Aufnahme von verdaulichem Rohprotein (CP) und Etherextrakt war bei der Kontroll- bzw. der Versuchsdiät höher. Die höhere Aufnahme von Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure bei der Versuchsdiät spiegelte sich in einem höheren Gehalt dieser langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren und im Omega-3-Index der roten Blutkörperchen wider, hatte jedoch keine Auswirkungen auf die Fellqualität. Die signifikant höhere Aufnahme von verdaulichem CP bei der Kontrolldiät könnte zu den höheren Ammoniak-N- und Valerat-Konzentrationen im Stuhl beigetragen haben. Die tägliche Stuhlmenge und die Eigenschaften waren bei beiden Diäten ähnlich. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Fischhydrolysat und -öl aus der Agrar- und Lebensmittelindustrie nachhaltige funktionelle Inhaltsstoffe für Hundefutter darstellen könnten. Gleichzeitig schaffen sie im Rahmen eines Kreislaufwirtschaftsansatzes einen Mehrwert für die Wildfischerei, Aquakultur und Fischzucht und verringern die Abhängigkeit von Importen aus Drittländern mit einem hohen CO2-Fußabdruck.

Schlüsselwörter: Fischhydrolysat; Fischöl; Funktionalität; Nährstoffverdauung; Schmackhaftigkeit; Tiernahrung.

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